Ein altes Bauernhaus, eine Stadtvilla oder eine Altbauwohnung kann etwas bieten, das sich bei einem Neubau nur schwer reproduzieren lässt: gewachsene Proportionen, handwerkliche Details und eine über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte entstandene Atmosphäre.
Wer eine solche Immobilie kauft, steht jedoch schnell vor der Frage: Was sollte erhalten werden – und was muss erneuert werden? Besonders bei Fenstern und Türen lohnt sich eine genauere Betrachtung bereits vor dem Kauf.
Prüfen Sie zuerst den Bestand, nicht nur das Alter
Ein altes Holzfenster muss nicht allein deshalb ersetzt werden, weil es alt ist. Umgekehrt ist auch eine schöne historische Optik keine Garantie für einen guten technischen Zustand.
Achten Sie bei der Besichtigung darauf, ob Fensterflügel sauber schließen, ob Zugluft spürbar ist, wie Rahmen und Beschläge aussehen und ob Hinweise auf Feuchtigkeit oder stark geschädigtes Holz vorhanden sind. Die Verbraucherzentrale empfiehlt ebenfalls, unter anderem Dichtungen und Beschläge regelmäßig zu überprüfen; bei der energetischen Beurteilung spielen sowohl Verglasung als auch Zustand des Rahmens eine Rolle.
Historische Fenster können modernisiert werden
Gerade bei einem Bauernhaus, einer Gründerzeitvilla oder einem denkmalgeschützten Gebäude wäre es schade, charakteristische Fenster vorschnell als Problem zu betrachten.
Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege weist darauf hin, dass historische Fenster wesentlich zum Erscheinungsbild eines Gebäudes beitragen. Gleichzeitig gibt es verschiedene Möglichkeiten, bestehende Konstruktionen energetisch zu ertüchtigen und Wärmeschutz, Dichtigkeit und Komfort zu verbessern.
Bei vorhandenen Kastenfenstern kann deshalb beispielsweise geprüft werden, ob die historische äußere Ebene erhalten und technisch ergänzt werden kann. Welche Lösung geeignet ist, hängt immer vom Zustand und Aufbau des jeweiligen Fensters ab.
Türen erzählen, zu welchem Haus sie gehören
Schauen Sie bei der Besichtigung auch genauer auf Haustüren und Innentüren. Bei einem historischen Bauernhaus wirken industriell anmutende Standardtüren schnell wie ein Fremdkörper. Eine traditionelle Bauernhaustür, eine Jugendstiltür oder individuell gefertigte Massivholztüren können dagegen die Architektur des Hauses aufnehmen und weiterführen.
Interessant sind dabei nicht nur Türblätter, sondern auch Zargen, Oberlichten, Glasfelder, Beschläge und vorhandene Proportionen. Selbst wenn einzelne Elemente nicht mehr zu retten sind, können sie wertvolle Hinweise für eine spätere originalgetreue Gestaltung liefern.
Machen Sie vor der Renovierung eine Bestandsaufnahme
Fotografieren Sie Fenster und Türen bereits bei der Besichtigung und halten Sie Besonderheiten fest. Bei Fenstern sind zusätzlich Ansichten von innen und außen sinnvoll. Notieren Sie ungefähre Maße und achten Sie auf Details wie Beschläge, Teilungen oder Oberlichten.
Damit schaffen Sie eine gute Grundlage, bevor entschieden wird, was saniert, ergänzt oder neu nach historischem Vorbild gefertigt werden soll.
Sie möchten ein Bauernhaus oder einen Altbau renovieren und sind unsicher, welche Fenster oder Türen erhalten werden können? Schicken Sie uns gerne Fotos und ungefähre Maße info@rusticatio.de. Wir beraten Sie zu einer Lösung, die zum Charakter Ihres Hauses passt.